Zwei Wochen ohne Kinder

Unsere Tagesmutter hat Urlaub – ich aber nicht. Daher habe ich nach einer gemeinsamen Woche im Norden meine beiden Kiddis bei Oma und Opa gelassen. Eine Woche meine Eltern (Zitat aus der SMS gestern: „Wir sind fix und fertig!“), eine Woche die Eltern meines Freundes.

Das führt zu zwei Dingen:

1. Bei vielen Muttis bin ich unten durch. „Was?! Zwei Wochen!“ „Vermisst du sie gar nicht?“ „Ich könnte das nicht. Meine Kinder sind mir das Wichtigste!“ Ähhhmmm…. Ja.

2. Ich habe Zeit! Wahnsinn, was man alles schafft, wenn keine Kinder im Haus sind. Der Geschirrspüler ist noch nicht einmal gelaufen, der Wäschekorb ist leer, die Wohnung sieht aus wie geleckt. Ich lasse alles rumfliegen. Flaschen, Schere, … Nix muss sicherheitshalber weggepackt werden. Ich bleibe lange wach und schlafe, bis der Wecker klingelt. Wir quatschen, gehen essen, lesen, gucken mal wieder Fern. Ich hab mir für die zwei Wochen eine To Do-Liste gemacht. Die hatte ich am ersten Tag schon durch – und hatte immer noch Zeit! Was hat man früher bloß alles mit dieser unglaublichen Menge an Freizeit gemacht?!?

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Freunde ohne Kinder…

Im Wartezimmer meiner Frauenärztin fiel mir heute ein Babybuch in die Hände. Irgendwann bemerkte ich: Genau das gleiche habe ich doch auch zu Hause und bestimmt schon drei Mal durchgelesen! Aber vor der zweiten Geburt liest sich alles natürlich noch mal ganz anders, vor allem der Artikel über „Alte Freundschaften“ – also das Verhältnis zu Freunden, die keine Kinder haben.

Tatsächlich: Es hat sich so viel geändert. Früher sahen meine Wochenenden so aus: Nach zwölf Stunden Schlaf bin ich irgendwann Mittags aus dem Bett gekrochen. Bin irgendwo schön Frühstücken gegangen und danach wieder total erledigt ins Bett geplumpst. Nachmittags hat man vielleicht noch Sport gemacht, ist mit Freunden Kaffee trinken gegangen und abends wurde natürlich weitergemacht: Essen gehen, Alkohol trinken, rauchen, feiern, Spaß haben, um dann irgendwann wieder für zwölf Stunden in der Falle zu verschwinden.

Diese Art der Freizeitgestaltung ist jetzt so was von vorbei!!! Das merke ich vor allem daran, wenn (kinderlose) Freunde z.B. vorschlagen, brunchen zu gehen. Vielleicht um 11 Uhr? Mit Kleinkind leider eine absolute No Go-Zeit, denn wir sind spätestens um 7 Uhr morgens wach, 11 Uhr ist dann praktisch schon wieder Mittagszeit plus anschließendem Schläfchen für die Häselbacke. Ohne das geht nichts! Meist einigt man sich dann auf 10 Uhr für den Brunch – wobei ich das immer noch einen nicht ganz so ausgewogenen Kompromiss finde. Die ohne Kinder müssen vielleicht eine Stunde eher aus dem Bett – aber uns hängt der Magen dann schon in den Kniekehlen.

Gerade ein neuer Vorschlag: Fußball gucken im Biergarten? Wie gerne würde ich! Aber ein 19-Monate-alter Junge bleibt leider keine zwei Minuten still sitzen. Ich wäre die ganze Zeit nur damit beschäftigt, Biergläser vor ihm in Sicherheit zu bringen und würde vom Spiel gar nichts mitbekommen.

Letzten Sonntag habe ich mich endlich mal wieder mit meiner kleinen Schwester und ihrem Freund getroffen. Bei 30 Grad hatten wir uns auf einen netten Park geeinigt. Wir waren insgesamt zwei Stunden dort. 1 Stunde und 55 Minuten war ich damit beschäftigt, meinem Kind hinterherzulaufen. Die anderen fünf Minuten hat er damit verbracht, eine Kugel Eis wegzulöffeln. Kaum war die weg, war auch er wieder verschwunden… und ich damit mit. (Tiefschürfende) Gespräche waren da natürlich ausgeschlossen.

Ein ganz lieber Freund von mir (auch keine Kinder) ist wirklich super bemüht, den Kontakt zu halten. Er sagt, er komme auch gerne mit auf den Spielplatz. Hauptsache wir sehen uns. Das Problem: Mich stresst das ungemein. Vielleicht bin ich da auch zu unlocker, aber auf dem Spielplatz bin ich eh schon damit beschäftigt, der Häselbacke hinterherzuspringen, damit er nicht in die Schaukel läuft / sich keine Scherbe in den Mund steckt etc. Da kriege ich es einfach nicht auf die Reihe, mich noch in einem angebrachten Maße meinem Freund zu widmen. Was mir sehr leid tut!

Ich möchte auch nicht immer der Spielverderber sein. Nicht derjenige, der schreiben muss: Netter Vorschlag, aber mit kleinem Kind leider unrealistisch. Schließlich ist ja jeder Vorschlag gut gemeint! Wahrscheinlich habe ich früher auch nicht für die mit Kindern mitgedacht… und dennoch: Es ist tatsächlich schwierig geworden 😦