Ist doch eigentlich ein Traum für uns Muttis: Milchkaffee schlürfen, Pläuschchen halten und den Kindern beim Spielen zugucken (ein bisschen Klischee, aber auch ein bisschen wahr 😉 ). Umso erstaunlicher, dass es in Frankfurt nur sehr wenige Spielecafés gibt. Eines davon ist das Zebulon in Bockenheim. Hier gibt’s einen sehr coolen offenen Spielraum (siehe unten) mit einer riesigen Rutsche.
Bei Regen herrscht zwar leider ordentlich Ölsardinen-Feeling, so voll und eng ist es dann. Aber grundsätzlich ein netter Laden: Die Besitzerin ist sehr freundlich, der Kuchen ist lecker und: Ich habe hier kürzlich meinen ersten „Mothers‘ fight“ erlebt: Ein Mutter-Tochter-Gespann hatte in einer Ecke allerlei Spielzeug gebunkert. Als sie weggingen, schnappte sich eine andere Mutter, meiner Meinung nach völlig berechtigt, eine Puppe davon. Das Mädchen sah das, plärrte und ihre Mutter wollte die Puppe wiederhaben. Die andere Mutter meinte nur: „Es sah so aus, als wolltet ihr gerade gehen! Außerdem könnt Ihr hier nicht das ganze Spielzeug horten.“ Da regte sich die andere Mutter auf wie verrückt und es hab eine herrliche Keiferei. Das Zebulon ist jeden Fall ein Erlebnis! 😉

Kinder
Wie läuft’s denn so?
Mit zwei Kindern? Jeder, der mich das fragt, bekommt derzeit die grausame Wahrheit präsentiert:
Ich bin kurz davor, durchzudrehen. Und ich frage mich, warum nicht alle zwei- und mehrfach Mütter irgendwann einen Burnout bekommen.
Die Kleine liegt leider äußerst ungern alleine in der Gegend herum – nach spätestens (!) fünf Minuten gibt’s Gebrüll, das gerne mal von Null auf Hundert geht. Ich teile meine Aktivitäten schon in „mit umgebundenem Baby möglich“ (essen, fönen, schminken, Geschirrspüler ausräumen,…) und „nur ohne ungebundenes Baby möglich“ (duschen, aufräumen, Wäsche, etc). Wenn ich sie also gerade frisch irgendwo hingelegt habe, tickt für letztere Aktivitäten die Zeitbombe. Bsp duschen: Mittlerweile seife ich mich erst ein und dusche mich dann mit kaltem Wasser ab – geht halt am Schnellsten!
Und sie hat vielleicht eine laute Stimme! Während ich mit meinem Sohn auch mal in ein Café gegangen bin, um mich mit Freundinnen zu treffen – mit Kind Nummer Zwei leider not possible!
So viel zu den Luxus-Problemen. Jetzt der eigentliche Wahnsinn: Wenn nachmittags der große Bruder mit dabei ist. In letzter Zeit hat das extremes Nerv-Zerreiß-Potenzial, weil mein Sohn ständig irgendeinen Infekt anschleppt. Fieber, Erkältung, Magen-Darm – und das in nur einer Woche. Er ist natürlich super mies drauf und allein das ist schon ein echter Downer. Er will nicht in den Kinderwagen, er will nicht die Treppe hoch. Schuhe ausziehen, in den Kinderstuhl, Lätzchen anziehen, essen, baden, wickeln, anziehen – alles wird zum Kraftakt. Um so mehr, wenn währenddessen die Sirene der kleinen Schwester losgeht. Dann kann die Wickelung des Grossen eine gefühlte Ewigkeit dauern und ich höre schon gedanklich die Beschwerden der Nachbarn. Heute war ich einmal so entnervt, dass ich auf den Tisch gehauen habe. Der Kleine hat sich so erschreckt, ich habe sofort ein mega schlechtes Gewissen bekommen und bin in Tränen ausgebrochen. Das hat ihn natürlich total irritiert und er flennte mit. In dem Moment kam der Papa nach Hause… Ja, ich habe den Laden im Griff!!!
Ich war den ganzen Abend so frustriert, was für eine schlechte Mama ich bin. Wir waren zuhause VIER Kinder, eigentlich hatte ich auch solche Größenordnungen angepeilt (zumindest drei). Im Moment bin ich davon so weit weg! Würde mein Freund jetzt damit anfangen (Wahrscheinlichkeit tendiert gen Null), ich würde schreiend davonlaufen!!!
Also: Ich bin total überfordert. Und ich stehe dazu!!!!!
Eintritt nur für Bonzen?!?
Was für ein unverschämt gepfefferter Eintrittspreis für ein Kinderfest! Freunde hatten uns vom „Kinderfest im Liebieghaus“ (einem Museum mit nettem Garten) berichtet – direkt am schönen Mainufer und für einen so sonnigen Sonntag eigentlich perfekt. Wir schieben hin und sind etwas perplex. Pro Person 10 Euro Eintritt. Die Familienkarte 18 Euro. Geht’s noch?!? Schon aus Prinzip sind wir wieder umgedreht und auf den good old Spielplatz ums Eck gegangen…
„Die Kinder“
Eine neue Wortkombination hat sich in unseren Wortschatz geschlichen, die uns immer noch nicht ganz geheuer ist: „Die Kinder“!
Jetzt, da wir zwei haben, kommt sie natürlich ständig vor. Früher hätte ich sie wahrscheinlich als spießig und langweilig wahrgenommen.
Aber jetzt, verdammt nochmal, bin ich auf „die Kinder“ einfach nur stolz wie Bolle!!!!
Freunde ohne Kinder…
Im Wartezimmer meiner Frauenärztin fiel mir heute ein Babybuch in die Hände. Irgendwann bemerkte ich: Genau das gleiche habe ich doch auch zu Hause und bestimmt schon drei Mal durchgelesen! Aber vor der zweiten Geburt liest sich alles natürlich noch mal ganz anders, vor allem der Artikel über „Alte Freundschaften“ – also das Verhältnis zu Freunden, die keine Kinder haben.
Tatsächlich: Es hat sich so viel geändert. Früher sahen meine Wochenenden so aus: Nach zwölf Stunden Schlaf bin ich irgendwann Mittags aus dem Bett gekrochen. Bin irgendwo schön Frühstücken gegangen und danach wieder total erledigt ins Bett geplumpst. Nachmittags hat man vielleicht noch Sport gemacht, ist mit Freunden Kaffee trinken gegangen und abends wurde natürlich weitergemacht: Essen gehen, Alkohol trinken, rauchen, feiern, Spaß haben, um dann irgendwann wieder für zwölf Stunden in der Falle zu verschwinden.
Diese Art der Freizeitgestaltung ist jetzt so was von vorbei!!! Das merke ich vor allem daran, wenn (kinderlose) Freunde z.B. vorschlagen, brunchen zu gehen. Vielleicht um 11 Uhr? Mit Kleinkind leider eine absolute No Go-Zeit, denn wir sind spätestens um 7 Uhr morgens wach, 11 Uhr ist dann praktisch schon wieder Mittagszeit plus anschließendem Schläfchen für die Häselbacke. Ohne das geht nichts! Meist einigt man sich dann auf 10 Uhr für den Brunch – wobei ich das immer noch einen nicht ganz so ausgewogenen Kompromiss finde. Die ohne Kinder müssen vielleicht eine Stunde eher aus dem Bett – aber uns hängt der Magen dann schon in den Kniekehlen.
Gerade ein neuer Vorschlag: Fußball gucken im Biergarten? Wie gerne würde ich! Aber ein 19-Monate-alter Junge bleibt leider keine zwei Minuten still sitzen. Ich wäre die ganze Zeit nur damit beschäftigt, Biergläser vor ihm in Sicherheit zu bringen und würde vom Spiel gar nichts mitbekommen.
Letzten Sonntag habe ich mich endlich mal wieder mit meiner kleinen Schwester und ihrem Freund getroffen. Bei 30 Grad hatten wir uns auf einen netten Park geeinigt. Wir waren insgesamt zwei Stunden dort. 1 Stunde und 55 Minuten war ich damit beschäftigt, meinem Kind hinterherzulaufen. Die anderen fünf Minuten hat er damit verbracht, eine Kugel Eis wegzulöffeln. Kaum war die weg, war auch er wieder verschwunden… und ich damit mit. (Tiefschürfende) Gespräche waren da natürlich ausgeschlossen.
Ein ganz lieber Freund von mir (auch keine Kinder) ist wirklich super bemüht, den Kontakt zu halten. Er sagt, er komme auch gerne mit auf den Spielplatz. Hauptsache wir sehen uns. Das Problem: Mich stresst das ungemein. Vielleicht bin ich da auch zu unlocker, aber auf dem Spielplatz bin ich eh schon damit beschäftigt, der Häselbacke hinterherzuspringen, damit er nicht in die Schaukel läuft / sich keine Scherbe in den Mund steckt etc. Da kriege ich es einfach nicht auf die Reihe, mich noch in einem angebrachten Maße meinem Freund zu widmen. Was mir sehr leid tut!
Ich möchte auch nicht immer der Spielverderber sein. Nicht derjenige, der schreiben muss: Netter Vorschlag, aber mit kleinem Kind leider unrealistisch. Schließlich ist ja jeder Vorschlag gut gemeint! Wahrscheinlich habe ich früher auch nicht für die mit Kindern mitgedacht… und dennoch: Es ist tatsächlich schwierig geworden 😦
Heute habe ich gelernt, dass…

… man erst weiß, wieviel das Kind gegessen hat, wenn das Ganzkörperlätzchen ausgezogen ist. Der Fund gestern nach dem Abendbrot: Ein halbes Ei (!!!), eine Scheibe Tomate und Hunderttausend Krümel!!! Ich wurde verarscht!!! 😉
Besser als Flohmarkt!

Wenn die Kollegin regelmäßig ihre Jungs-Klamotten aussortiert und mir für einen Euro das Stück vertickt 🙂
Das Leid aller Spätschicht-Muttis

nix los auf den Spielplätzen!!! 😦