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Home Office mit Baby: Never again!!!

Falls mir tatsächlich mal jemand erzählt, Home Office mit Säugling sei eine super Sache: Ich werde ihm mit Anlauf und vollem Elan an die Gurgel springen!

Zwei Wochen habe ich mich auf meine Moderation auf der Buchmesse vorbereitet –  zwei Wochen, die mich richtig fertig gemacht haben.

Normalerweise schlafe ich morgens so lange, wie das kleine Bebel es zulässt (bis 9 oder 10 Uhr). Doch das schlechte Gewissen trieb mich schon in der Früh aus dem Bett. Die Augen brannten und waren mordstrocken, zwei Mal ploppten mir die Kontaktlinsen im Laufe des Tages einfach so wieder raus, aber ich musste die Zeit ohne Baby auf dem Arm unbedingt nutzen!
Also habe ich gelesen, zusammenfasst, aufgeschrieben. Frühstück? Zeitverschwendung! Ein Kaffee muss reichen. Und alles natürlich immer unter Hochspannung, denn jeden Moment könnte ja die Sirene losgehen. Dann schnell zum Kind, schunkel schunkel und nochmal zurück zum Computer.
Besonders schwer war es, Telefonate zu organisieren – gibt ja nichts Schlimmeres, als wenn das Kind dazwischen brüllt.

Abends, wenn das Kinder-Programm zumindest zu 50 Prozent vorbei war und mein Sohn endlich schlummerte, war ich platt wie eine Flunder, habe aber dennoch weitergemacht. Das war dann wirklich Multitasking vom Feinsten. Vor der Glotze gestillt (sorry, es lief Jack Reacher mit Tom Cruise!) und währenddessen das Konzept getippt. Das Bebel schläft ja erst gegen 23 Uhr – bis dahin sah ich natürlich aus wie eine Leiche und fand trotzdem keinen Schlaf.
Mir gingen so viele Sachen durch den Kopf. Wie hießen nochmal meine Interviewpartner? Wird die abgepumpte Milch reichen? Stilleinlagen nicht vergessen, sonst Big Drama Baby!!! Schaffe ich es überhaupt, direkt danach meinen Sohn abzuholen? Verdammt, ich habe keine schicken Schuhe!!!

Natürlich blieb in diesen zwei Wochen im Haushalt alles liegen. Die „Krams-Ecke“ auf dem Esstisch (Post, Stifte, …) nahm am Ende die Hälfte des Tisches ein. Und irgendwann kannte sich mein Freund im Klamotten-Bestand der Kinder besser aus als ich (Stoppersocken-Notstand!)… 🙂

Jetzt bin ich einfach nur froh, dass es vorbei ist. Ach ja: €€ gibt’s natürlich auch keine. Wird ja alles vom Elterngeld abgezogen. Was macht man nicht alles, um als Mutti im Geschäft zu bleiben! :-/

Wie läuft’s denn so?

Mit zwei Kindern? Jeder, der mich das fragt, bekommt derzeit die grausame Wahrheit präsentiert:

Ich bin kurz davor, durchzudrehen. Und ich frage mich, warum nicht alle zwei- und mehrfach Mütter irgendwann einen Burnout bekommen.

Die Kleine liegt leider äußerst ungern alleine in der Gegend herum – nach spätestens (!) fünf Minuten gibt’s Gebrüll, das gerne mal von Null auf Hundert geht. Ich teile meine Aktivitäten schon in „mit umgebundenem Baby möglich“ (essen, fönen, schminken, Geschirrspüler ausräumen,…) und „nur ohne ungebundenes Baby möglich“ (duschen, aufräumen, Wäsche, etc). Wenn ich sie also gerade frisch irgendwo hingelegt habe, tickt für letztere Aktivitäten die Zeitbombe. Bsp duschen: Mittlerweile seife ich mich erst ein und dusche mich dann mit kaltem Wasser ab – geht halt am Schnellsten!

Und sie hat vielleicht eine laute Stimme! Während ich mit meinem Sohn auch mal in ein Café gegangen bin, um mich mit Freundinnen zu treffen – mit Kind Nummer Zwei leider not possible!

So viel zu den Luxus-Problemen. Jetzt der eigentliche Wahnsinn: Wenn nachmittags der große Bruder mit dabei ist. In letzter Zeit hat das extremes Nerv-Zerreiß-Potenzial, weil mein Sohn ständig irgendeinen Infekt anschleppt. Fieber, Erkältung, Magen-Darm – und das in nur einer Woche. Er ist natürlich super mies drauf und allein das ist schon ein echter Downer. Er will nicht in den Kinderwagen, er will nicht die Treppe hoch. Schuhe ausziehen, in den Kinderstuhl, Lätzchen anziehen, essen, baden, wickeln, anziehen – alles wird zum Kraftakt. Um so mehr, wenn währenddessen die Sirene der kleinen Schwester losgeht. Dann kann die Wickelung des Grossen eine gefühlte Ewigkeit dauern und ich höre schon gedanklich die Beschwerden der Nachbarn. Heute war ich einmal so entnervt, dass ich auf den Tisch gehauen habe. Der Kleine hat sich so erschreckt, ich habe sofort ein mega schlechtes Gewissen bekommen und bin in Tränen ausgebrochen. Das hat ihn natürlich total irritiert und er flennte mit. In dem Moment kam der Papa nach Hause… Ja, ich habe den Laden im Griff!!! :-/

Ich war den ganzen Abend so frustriert, was für eine schlechte Mama ich bin. Wir waren zuhause VIER Kinder, eigentlich hatte ich auch solche Größenordnungen angepeilt (zumindest drei). Im Moment bin ich davon so weit weg! Würde mein Freund jetzt damit anfangen (Wahrscheinlichkeit tendiert gen Null), ich würde schreiend davonlaufen!!!

Also: Ich bin total überfordert. Und ich stehe dazu!!!!!

Flopbildungsgymnastik

Mit dieser Woche wollte ich eigentlich mein „Wieder-aktiv-Programm“ starten. Angefangen mit dem Kurs „Babymassage und Rückbildungsgymastik“, für den ich mich schon vor Monaten angemeldet hatte. So der Plan – hier die Realität:

Ich komme eine Stunde zu spät – da im Netz (wo ich gestern noch nachgeguckt hatte) leider die falschen Zeiten stehe… Babymassage also verpasst. Zum Glück gibt’s noch die Gymnastik. Doch: Schon nach zwei Minuten ertönt lautes Gebrüll aus dem Babyzimmer – unverkennbar meine Kleine! Nach weiteren zwei Minuten steht dann auch die Betreuerin in der Tür, das Kind auf dem Arm = ich muss abbrechen. Auf einem super ungemütlichen Stuhl probiere ich es erfolglos mit Ruhig-Stillen, während alle (!) anderen Babys friedlich schlafen…
Und als ich dann irgendwann das Gebäude verlasse, sehe ich auf dem Handy die Nachricht einer Arbeitskollegin: Ich hätte die wichtigste Redaktionssitzung des Jahres verpasst…. Ach wie schön ist das Mama-Sein! 😁

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Eintritt nur für Bonzen?!?

Was für ein unverschämt gepfefferter Eintrittspreis für ein Kinderfest! Freunde hatten uns vom „Kinderfest im Liebieghaus“ (einem Museum mit nettem Garten) berichtet – direkt am schönen Mainufer und für einen so sonnigen Sonntag eigentlich perfekt. Wir schieben hin und sind etwas perplex. Pro Person 10 Euro Eintritt. Die Familienkarte 18 Euro. Geht’s noch?!? Schon aus Prinzip sind wir wieder umgedreht und auf den good old Spielplatz ums Eck gegangen…

Die magische 35

Diesen Monat rollt sie unweigerlich auf mich zu. 35 finde ich ja noch viel schlimmer als 40 – weil einem als Mutter vor diesem Alter so viel Panik gemacht wird. Was habe ich da nicht alles gelesen: „Mit 35 nimmt die Fruchtbarkeit ‚rapide‘ ab.“ „Mit 35 steigt das Risiko, eine Fehlgeburt zu haben, drastisch an.“ Mit 35 gibt es daher alle möglichen Untersuchungen (ob schwanger oder nicht) als Kassenleistung. Also irgendwie ein komisches Alter!
Ich hoffe, ich kriege wenigstens viele schöne Geschenke – damit die das alles aufwiegen 😉

Welche Mama schleimt am Besten?

Ich hatte diese Woche meinen ersten Kindergarten-Besichtigungstermin. Nette kleine Einrichtung etwa 10 Fußminuten von uns entfernt, die Leiterin hat viel erzählt, uns durch die Räume geführt und nach 45 Minuten war dann eigentlich Schluss. Doch ein paar Mamas war an einem Platz dort offenbar so gelegen, dass die große Schleimerei losging – sorry, ich kann es nicht anders bezeichnen. Hier ein Auszug:

Mama 1: „Das klingt einfach alles so toll, was sie erzählen, einfach perfekt!“

Mama 2: „Ja, das wollte ich auch gerade sagen. Eine tolle Einrichtung!“

Mama 1: „Brauchen Sie noch eine Berufsbescheinigung von mir? Kann ich Ihnen jederzeit liefern, ich bin nämlich wirklich berufstätig und kann das auch belegen – während man das bei vielen anderen Müttern ja nicht behaupten kann.“

Leiterin: „Nein, das brauchen Sie nicht. Wenn das auf der Anmeldung draufsteht, dann glauben wir das auch.“

Mama 1: „Also ich habe da schon die schlimmsten Geschichten gehört!“

Mama 2: „Nun, ein bisschen Vertrauen sollte man in die Mütter doch schon haben.“

Mama 1: „Nein wirklich – was manche da einfach hinschreiben! Und das mit dem Beruf ist nur das kleinste Übel!!!“

Blablabla… ich habe mir nur noch einen Flyer geschnappt und bin los. So verzweifelt bin ich noch nicht – und ich hoffe auch, dass sich das nicht noch ändert.:-/

Kurz vor’m Platzen in der Bahn

Kurz vorm Platzen in der Bahn

Mit meinem Medizinball vorne dran steige ich wie jeden Morgen in eine brechend volle U-Bahn. Keine Sau steht auf, ich schaffe es gerade noch, einen Platz an einer Stange zu finden, an der ich mich festkrallen kann. Schon nach der zweiten Station komme ich ins Schwitzen und gucke in die Runde, wer denn da so schön gemütlich auf seinem dicken Hintern sitzt.

Den Kindern mache ich keinen Vorwurf, die wissen es einfach nicht besser. Bei vielen jungen Frauen nehme ich einfach mal an, dass sie selber noch nicht (hoch)schwanger waren – ich wusste es bis vor 2 1/2 Jahren auch nicht besser, wahrscheinlich hatte ich auch kein Auge für Kugelbäuche.

Aber wer mich am meisten aufregt, sind die Männer. Die sehen doch genau, dass da jemand einen dicken Ranzen vor sich herschleppt, glupschen aber trotzdem verstohlen in der Gegend herum. Ich tagträume dann davon, zum größten Fetti von allen zu gehen und zu sagen: „Entschuldigen Sie bitte, ich weiß, Sie sind mindestens drei Mal so fett wie ich, aber: Sie haben das in vielen Jahren aufgebaut – mit Bier, Fett und Zucker. Bei mir hingegen ist das alles nur in ein paar Monaten gewachsen und das macht’s ganz schön anstrengend – also move your ass!!!“

(In der Realität ist es dann aber deutlich unspektakulärer. So wie heute morgen: Irgendwann steigt jemand aus, ich kann mich endlich hinsetzen, die Beine ausstrecken – und entdecke auf meinem linken Hosenbein Hunderttausend Joghurt-Flecken von meinem Sohn von heute morgen – vielleicht hätte ich doch länger im Stehen aushalten sollen 😉 )

Hebamme – where are you?!?

Das vorweg: Dass es Hebammen gibt, ist klasse – z.B. im Wochenbett: ein super „Service“, für den uns Mütter aus anderen Ländern beneiden! Ich kenne viele Hebammen auch privat: Mit einer habe ich während des Studiums jahrelang in einer WG gelebt, eine meiner liebsten Freundinnen in Berlin ist Hebamme und die Hebamme, die ich bei meinem Sohn hatte, war so top, dass ich sie gleich zu unserer nächsten Party eingeladen habe… usw.

Aber in Frankfurt scheint einen absoluten Hebammen-Notstand zu geben. Ich habe bestimmt 30 Hebammen (rechtzeitig, also ab der 12. Woche) angerufen oder angesimst, ob sie noch Kapazitäten hätten. Eine einzige hatte noch Zeit und die habe ich natürlich genommen. Aber allein unser Erstgespräch wurde fünf Mal verschoben, weil bei ihr ständig etwas dazwischenkam. Natürlich weiß ich, dass das ein Beruf ist, der am allerwenigsten von festen Arbeitszeiten lebt, aber nervig ist es trotzdem!

Irgendwann, vor ca. zwei Monaten, haben wir das erste Treffen dann doch noch hinbekommen – und es war sehr sehr nett. Sie hat mir erzählt, dass sie an Spitzentagen 20 Anrufe von Frauen bekommt, die eine Hebamme suchen = ich habe noch echt Glück gehabt! Darum habe ich die „Kommunikationsregeln“ von ihr auch einfach kommentarlos geschluckt: Keine Anrufe, nur Nachrichten schicken – wenn sie es schafft, ruft sie zurück. Auch den „Behandlungsvertrag“, den sie in Eigenregie für all ihre Frauen aufgesetzt hat, habe ich unterschrieben – darin steht, dass wir 200 Euro an sie in bar zahlen müssen, wenn wir uns doch für eine andere Hebamme entscheiden. Ich nehme mal stark an, dass dieses Dokument im Zweifelsfall nicht anerkannt würde, aber ich habe ja offensichtlich eh keine Wahl…

Nun sollte diese Woche eigentlich unser zweites Gespräch stattfinden. Einen Tag vorher kam die SMS: Sie habe Spätdienst und im Juni und Juli sowieso praktisch keine Zeit…. Oh Mann, irgendwie ist diese Hebammen-Situation doch mehr als unbefriedigend!!!