Au Pair „auslagern“ – wir haben es gemacht

Zimmer kurz nach Möbelaufbau (inzwischen NOCH gemĂŒtlicher 😅)

Ich weiß, die Platz-Problematik ist ein gern genommener Grund, um sich GEGEN ein Au Pair zu entscheiden, aber in unserem Fall kann ich aus vollster Überzeugung sagen, dass das Ende der rĂ€umlichen Fahnenstange erreicht ist bzw. war.

Unsere Wohnung ist etwas grĂ¶ĂŸer als 100 Quadratmeter und hat vier Zimmer – zwei Jahre lang haben wir hier zu sechs gelebt. Ein Zimmer fĂŒrs Au Pair, ein Zimmer fĂŒr die Kleine (die nur alleine schlafen kann), ein Wohnzimmer fĂŒr alle tagsĂŒber und ein Schlafzimmer, in dem wir zu viert geschlafen haben. Als ich eines Abends mal wieder in das Schlachtfeld kam, etliche BĂŒcher flogen auf dem Boden rum, Superwings-Figuren und kleines Lego ĂŒberall ausgebreitet, war mir klar: Das geht so nicht weiter. Wir brauchen mehr Platz!

Da traf es sich gut, dass Bekannte von uns vor ein paar Monaten ganz in der NĂ€he eine Wohnung gekauft hatten und die Zimmer einzeln vermieten wollten. Alles klar, das machen wir, Baby! Die Wohnung ist zehn Fußminuten entfernt, sie ist schick und neu, das Zimmer hat 10 Quadratmeter und ist niedlich, in der Wohnung lebt noch eine junge Frau, BerufsanfĂ€ngerin und neu in Frankfurt.

Vor gut einem Monat ist unser Au Pair Nicole dort eingezogen – ganz ehrlich: Sie ist das tollste Au Pair, das wir je hatten, sie ist so fröhlich, freundlich und es ist einfach schön, sie um sich zu haben. Mit ihr hĂ€tten wir uns noch lange weiter auf 105 Quadratmetern gequetscht, aber: Ich wollte mir die Chance auf dieses Zimmer, an dem eigentlich alles passt, nicht entgehen lassen. Schließlich werden wir noch lĂ€nger auf das Au Pair-Modell bauen und vielleicht wird es wieder mal das eine oder andere MĂ€dchen geben, bei dem etwas mehr Abstand auch ganz gut tun kann.

Ich hatte das mega schlechte Gewissen, Nicole von dem Zimmer zu erzĂ€hlen. Aber, als ich irgendwann damit rausrĂŒckte, fand sie es total klasse. So könne sie abends auch mal ihre Freunde mit in die Wohnung nehmen. Absolut! Shakaaa! đŸ’ȘđŸŒ Wir sind zu Ikea gefahren und haben noch ein paar neue Möbel gekauft, Kleiderschrank, Bett, Matratze, Zimmerpflanze. Ein paar Sachen hat sie von hier mitgenommen, alles passt wunderbar.

Nach einem Monat „ausgelagertem Au Pair“ kann ich sagen: Es ist schon etwas anderes. Der persönliche Kontakt wird unglaublich eingedampft. Bei uns gibt es bisher wenig RegelmĂ€ĂŸigkeit bei meinen und damit auch Nicoles Arbeitszeiten, so dass viel auf „Zuruf“ passierte. Daraus werden nun „Zu-Whatsapps“. Und: Wenn ich die Kids morgens mal selbst wegbringe, sitze ich dann mit dem ganzen Chaos alleine hier – vorher haben wir uns alles geteilt und jeder hat eben das gemacht, was gerade anfiel. Das kann Nicole nun, wo sie in einer anderen Wohnung lebt, natĂŒrlich nicht mehr leisten und ich werde sie auch ganz sicher nicht hierherkommen lassen, nur um eine Ladung WĂ€sche aufzuhĂ€ngen.

Ach ja, was wir ja auch nicht vergessen dĂŒrfen: NatĂŒrlich kostet dieses Auslagern eine dicke Stange Geld. Im Grunde verdoppeln wir unsere monatlichen Au Pair-Ausgaben damit. Aber nachdem wir alles durchgerechnet haben, war uns klar: Es ist immer noch gĂŒnstiger als eine Nanny oder Tagesmutter, die tĂ€glich drei Stunden kommt und die Kindergarten Randzeiten ĂŒberbrĂŒckt. Schließlich gibt es ja noch dieses PhĂ€nomen, bei dem alle working Moms und Dads regelmĂ€ĂŸig die HĂ€nde ĂŒber dem Kopf zusammenschlagen: Kinderkrank! Das kann nur ein zeitlich flexibles Au Pair ĂŒbernehmen. Keine Sorge, wenn’s was richtig ernstes ist, bleib ich auch zuhause, aber hĂ€ufig sind es einfach nur ErkĂ€ltungen, die sich ĂŒber Tage oder sogar Wochen ziehen. Als Freiberufler kommt man da ganz schnell ins Rechnen und kommt immer wieder zu dem Ergebnis: Ein Au Pair lohnt sich – selbst, wenn es ausgelagert wird (und vor allem: wenn es so toll ist wie unsere Nicole. Was werden wir heulen, wenn sie in drei Monaten wieder gehen muss đŸ˜«đŸ˜ą).

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